Andacht - CVJM Adlerbrücke
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Andacht
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Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen.

1.Mose 50,20

Gott macht’s gut

Sollten Sie bereits im fortgeschrittenen Alter sein, werden Sie vermutlich hin und wieder versucht sein, die Bilanz aus Ihrem Leben zu ziehen und sich zu fragen: Was wollte ich in meinem Leben erreichen – und was habe ich tatsächlich erreicht? Kann ich einen roten Faden entdecken, der mich im Auf und Ab meines Lebens in der Spur gehalten und mich dem erhofften Ziel näher gebracht hat? Es ist schon tragisch, wenn man wie der große Spötter Voltaire am Ende zu der Einsicht kommen müsste, das Leben sei ja wohl „ein schlechter Scherz“ gewesen.

In der alttestamentlichen Josefsgeschichte zieht einer Bilanz seines turbulenten Lebens, das so ganz anders verlaufen ist, als er es sich in seiner Jugend erträumt hat. Schon in seiner Jugend macht Josef sich als bevorzugter Liebling seines Vaters bei seinen Brüdern unbeliebt. Und als er sich dann auch noch vor ihnen als Angeber aufspielt, machen die kurzen Prozess mit ihm und verkaufen ihn an eine vorbeiziehende Karawane. So kommt er nach Ägypten, wo er nach deprimierenden Erfahrungen eine sagenhafte Karriere am Hofe des Pharaos hinlegt. Am Ende seines Lebens stellt er dankbar fest, dass Gott es mit ihm trotz böser Absichten seiner Brüder gut gemacht hat. „Gott schreibt auf krummen Linien gerade“, sagt der Volksmund. Er lässt sich auch durch die Gemeinheiten von Menschen nicht davon abhalten, mit uns zu seinem guten Ziel zu kommen.

Zwei Dinge habe ich aus der Josefsgeschichte für mein Leben gelernt. Das Erste: Man sollte aus belastenden Lebenssituationen nie den Schluss ziehen, dass man nichts Gutes mehr von der Zukunft erwarten dürfe. Gott wird’s gut machen! In dieser Zuversicht dürfen wir auch in dunklen Tagen nach vorne schauen. Das Zweite: Unser Leben läuft nicht einfach nach einem längst feststehenden Plan oder Muster ab. Dass Gott es am Ende mit unserem Leben gut machen wird, heißt nicht, dass ich dabei nur die Hände in den Schoss zu legen brauche. Das Josef schließlich eine so positive Bilanz seines Lebens ziehen kann, hat auch darin seinen Grund, dass er weder im Unglück noch im Erfolg Gott vergisst, sondern sich voll Vertrauen stets seiner Führung überlässt und sich an seine Gebote hält.

K-J. Diehl, Zwischenmahlzeit,
Ein Andachtsbuch 19. Juni, S. 176.