Andacht - CVJM Adlerbrücke
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Andacht
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Von Martin Luther stammt das Zitat: „Darum ist es gut, wenn man früh am Morgen das Gebet die erste und abends die letzte Tat sein lässt. Auch hüte man sich mit Fleiß vor falschen und betrügerischen Gedanken, die sagen: Warte noch etwas, in einer Stunde will ich beten, zuvor muss ich dies oder das erledigen. Mit solchen Gedanken kommt man vom Gebet zu den Beschäftigungen, die einen festhalten und umfangen, so dass aus dem Beten den ganzen Tag nichts wird“.
1. Timotheus 2, 1 – 7. Das Gemeindegebet steht als Überschrift in der Luther-Bibel. Um das Jahr 100 n. Chr. war aus den Hausgemeinden der Christusnachfolger die frühkatholische Kirche geworden. Sie suchte nach Ordnungen, die das kirchliche und familiäre Leben ihrer Glieder regeln sollte. Sie versuchte, sich in die damals gültigen gesellschaftlichen Ordnungen einzupassen und dabei die Botschaft Jesu zu bewahren.
Die erste umfassende Christenverfolgung unter Kaiser Domitian (81-96 n. Chr.) hatte den großen Wert deutlich gemacht, den ein unbedrängtes, friedliches Alltagsleben für das Leben der Kirche hat. Das Gebet für alle politisch Verantwortlichen, so der Verfasser des Briefes, liegt schon im eigenen Interesse der Christen, und darum fordert er nachdrücklich dazu auf. Der Horizont dieses Gebetes reicht aber viel weiter: Das ruhige und stille Leben ist kein Selbstzweck, sondern der Ausgangspunkt für die Verkündigung der christlichen Botschaft. Alle Menschen sollen Erlösung und Hilfe erfahren, allen gilt das große Angebot, durch Jesus Christus mit Gott versöhnt zu werden. Und darum soll das Gebet der Christen auch alle Menschen umfassen und die Mauern der Kirche (und des CVJM) überschreiten. Vor allen Ordnungen in Welt und Kirche steht das Gebet, das alles umfängt: Anbeten und Danken, Bitten für sich und alle Menschen – solches Beten ist nicht Rückzug, sondern Öffnung: Wer Gott für seinen Nachbarn und seine Arbeitskollegin dankt, wer das Leid der ausgebeuteten Kinder, die Sehnsüchte der Flüchtlinge, Schwierigkeiten der Kinder und Jugendlichen, die in unserem Haus Wärme und Geborgenheit erfahren (und die vielen Haupt- und Ehrenamtlichen, die viel Kraft und Nervenstärke aufbringen nicht zu vergessen) im Gebet vor Gott bringt, der verwechselt das ruhige Leben nicht mit Selbstgenügsamkeit, sondern wird sich einsetzen für Gerechtigkeit und Wahrheit.
Schlussgebet von Heinrich Giesen: (aus Minuten Gebete, Seite 60) Bete:
Zwar steht in der Bibel, wir sollten beten ohn Unterlass Herr, wir danken dir, dass du uns dazu einlädst. Aber sicherlich ist damit nicht gemeint, dass wir dauernd mit dir sprechen. Gewiss ist damit gemeint dein großes Angebot, du seist ohn Unterlass ansprechbar und wir dürfen ohn Unterlass mit dir reden. Du willst kein geteiltes Leben. „Bete und arbeite“ willst du nicht. Sondern du willst uns sagen: Bete beim Arbeiten, arbeite betend. Amen.

Otto F. Menge