Andacht
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Andacht
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Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin. Psalm 139,14

Das schönste Geschenk
Es ist schon erstaunlich, was Menschen alles anstellen, um schöner und attraktiver zu erscheinen: Sie besuchen Fitnessstudios, legen sich unter die Höhensonne, gehen zu Schönheitschirurgen, um für ihren Körper die gewünschte Form zu bekommen… Offenbar sind sie mit ihrer äußeren Erscheinung nicht zufrieden; sie haben bestimmte Vorstellungen von körperlichen Idealmaßen oder möchten die Figur eines bekannten Stars möglichst nahe kommen.
„Du bist du, das ist der Clou!“ singt Jürgen Werth. Das trifft den Punkt, auch wenn ich über keine Idealmaße und keinen Waschbrettbauch verfüge. Der Psalmbeter geht noch weiter: Er bedankt sich bei Gott, der ihn so wunderbar geschaffen hat. Wunderbar – ist das nicht etwas übertrieben? Nicht für den, der mit sich selbst im Reinen ist, der sich selbst annehmen kann, so wie er ist, weil er sein Leben mit allen Ecken und Kanten dankbar aus Gottes Hand nimmt. Dankbarkeit gegenüber Gott bewahrt uns davor, ständig an uns herumzukritisieren und neidisch auf andere zu schielen.
Auch Matthias Claudius dichtete einst ein Lied mit der Empfehlung, es täglich zu singen. Darin heißt es: „Ich danke Gott und freue mich, wie’s Kind zur Weihnachtsgabe, das ich bin, bin! Und dass ich dich schön menschlich Anlitz habe.“ Ein Kupferstich mit dem Porträt des Dichters zeigt jedoch: Claudius hatte eine ziemlich ausgeprägte Hakennase. Damit entsprach er wohl kaum dem Schönheitsideal seiner Zeit. Trotzdem konnte er Gott für sein „schön menschlich Anlitz“ danken, weil er sich selbst als Geschenk aus Gottes Hand annehmen konnte. Ja, Gott macht uns mit uns selbst das schönste Geschenk.

Vgl: Klaus-Jürgen Diehl, Zwischenmahlzeit 366 Vitamine für die Seele, S. 9.