Andacht - CVJM Adlerbrücke
15684
wp-singular,page-template-default,page,page-id-15684,wp-theme-bridge,bridge-core-3.2.0,qode-page-transition-enabled,ajax_fade,page_not_loaded,,qode_grid_1200,qode-theme-ver-30.6.1,qode-theme-bridge,qode_header_in_grid,wpb-js-composer js-comp-ver-8.6.1,vc_responsive

Andacht

 

Und die Hirten kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.
Lukas 2,16


Weihnachten ist das Fest, das im Vorfeld viele Menschen zu hektischer Betriebsamkeit veranlasst. Damit sie das Fest endlich genießen können, müssen sie in den Wochen zuvor lange Aufgabenlisten abarbeiten: Vom Kauf der Geschenke, der Auswahl des Weihnachtsbaums bis zur Vorbereitung des Festtagsmenüs will alles sorgfältig vorbereitet sein. Streift man in den Vorweihnachtstagen durch die Stadt oder über den Weihnachtsmarkt, dann erlebt man oft ungeduldiges Gedränge: Stress pur! Doch dann ist der Heiligabend endlich da und nachmittags gegen drei kehren Ruhe und Beschaulichkeit ein: Die Lichter am Tannenbaum brennen, die Geschenke werden ausgepackt und die Weihnachtsgans schmort in der Röhre. Zur rechten Einstimmung auf das Fest besucht die Familie den Weihnachtsgottesdienst, in dem der Pastor – so wünschen sich das viele Gottesdienstbesucher an Heilig Abend – hoffentlich bei den müden, abgekämpften Besuchern ein wenig festliche Stimmung verbreitet.
Beim ersten Weihnachtsfest jedoch laufen die Dinge genau andersherum. Vor der entscheidenden Nacht geht bei den Hirten auf den Feldern von Bethlehem alles seinen gewohnten Gang. Von Hektik und Eile nichts zu spüren. Sie versehen ihren Dienst wie eh und je. Doch kaum, dass sie völlig überraschend die Botschaft des Engels vom Himmel über die Geburt des Retters hören, da haben sie es plötzlich sehr eilig und sie machen sich im Dauerlauf auf den Weg zum Stall nach Bethlehem. (Viele Jahre später werden Männer übrigens auch sehr schnell zum Grab Jesu laufen und Petrus bei diesem Wettlauf „abhängen“, weil sie die Botschaft von der Auferstehung gehört hatten; Johannes 20,4). Es gibt offensichtlich Ereignisse, in denen so etwas wie eine „heilige Hetze“ angebracht ist, weil sie keinen Aufschub dulden. Während wir oft hektisch sind, wo wir besser entspannt und ruhig bleiben, schieben wir Dinge auf die lange Bank, die unbedingt unsere ungeteilte Aufmerksamkeit verdient hätten. Be-kanntlich ist die lange Bank des Teufels liebstes Möbelstück! Darum: Wenn Gott uns eine Sache eindrücklich macht, sollten wir keinen Moment zögern, uns auf den Weg zu machen, um zu finden, was er für uns längst vorbereitet hat.

Klaus-Jürgen Diehl, Zwischenmahlzeit 366 Vitamine für die Seele, S.365