Ein Rückblick in die nähere Vergangenheit:

1946: „…der Schuss knallte, verfehlte aber sein Ziel und…“ Fortsetzung folgt nächste Woche. Proteste halfen nichts, die Jungscharstunde mit 100 Jungen und mehr war zu Ende. Das war der Start nach den Krieg im CVJM-Haus an der Adlerbrücke. Eine Zeit ohne Fernsehen, ohne Kino – heute nicht mehr vorstellbar!

Das Haus bot vielen Platz: Der männliche BK, der EC, die christlichen Bäcker, die christlichen Techniker, alle fanden irgendwo Platz. Die Jungschar trug wieder ihre „Kluft“, Wimpel begleiteten die Jungs auf ihren Wanderungen. Es ging überhaupt lebhaft zu – wenn es mal zu laut wurde und angeblich die Lampen in der Hausmeisterswohnung im obersten Stock wackelten, klopfte Herr Levi mit einem Besenstil auf den Boden.

In den 50-ger Jahren fand unter der Überschrift „Mädchenmäntel hängen an unserer Garderobe“ die erste, aber auch für lange Zeit die letzte gemischte Jungenschaftstunde statt. Sensationell – unmöglich. Unser Sekretär hatte es gewagt, aber die Zeit war noch nicht reif.

Plötzlich nahm der Sport eine Sonderstellung ein. Vom YMCA Amerika wurde Basketball importiert: Auf dem Hof wurden Basketballkörbe installiert – es wurde gespielt und gekämpft bis zum Umfallen. Die Wiege dieser Sportart stand in Deutschland im CVJM – und wir waren von Anfang an dabei.

Die Mädchen und Frauen waren bald als Teilnehmer und Mitarbeiter nicht mehr wegzudenken; die Folge war dann 1977 die Umbenennung in den christlichen Verein junger Menschen.

Neben Wochenendfreizeiten spielten die Skifreizeiten in Wengen und Adelboden eine wichtige Rolle. Familien, Jungen, Mädchen erfuhren Gemeinschaft, die dann auch im Vereinsalltag gelebt wurde.

In den letzten Jahren rückte die Stadtteilarbeit immer stärker ins Blickfeld. Mit der Eröffnung der Gesamtschule ergaben sich neue Aufgaben. Ein Umbau ermöglichte im Jahr 2000 den Start eines Schülercafés. Mit unserem Spielmobil besuchen wir wöchentlich die Spielplätze unseres Stadtteils. Diese Arbeit ist eine zusätzliche Möglichkeit Jugendliche neben unserer festen Arbeit im Unterdörnen und seit einiger Zeit auch in der Pauluskirchstraße zu erreichen. Ergänzend dazu bekommt die Schulaufgabenbetreuung an beiden Standorten einen Stellenwert – „zurück zu den Wurzeln“.

Gruppenbild des CVJM Adlerbrücke um 1950. Louis Tielmann (2.v.r.) war der erste Vorsitzende nach dem Zweiten Weltkrieg.