Nun sind sie wieder da: in den Lebensmittelgeschäften marschieren ganze Hundertschaften Säcke schleppender Nikoläuse

mit langen Bärten und ebensolchen Zipfelmützen auf den Verkaufsständern, zwischen Lebkuchen, Zimtsternen, Printen, Marzipanbroten und vielen anderen zugegebenermassen gut schmeckenden Weihnachtssüßigkeiten. Vorfreude pur! Dieses Jahr schon seit dem 27. November.    Aber – da stutze ich – bereits  kurz nach den Sommerferien war die Weihnachtsfreude  doch schon in den Geschäften komplett.

Ich spüre wie ein gewisser Groll in mir aufsteigt ob soviel Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes. Und das auch in anderen Konsumgüterbranchen. Dabei regt sich durch aus auch Verständnis für viele kleine Geschäfte, deren Existenz oft in erheblichem Masse vom „Weihnachtsgeschäft“ abhängt. Dennoch - auch historisch lässt sich ein so früher Beginn der Adventszeit nicht rechtfertigen.

Doch da fällt mir noch etwas anderes ein: manche Sachen sind nicht so schlecht, dass sie nicht auch etwas Gutes hätten! In einer Zeit rückläufiger Bedeutung des christlichen Glaubens wird so schon frühzeitig – nämlich 3 Monate früher – (indirekt) auf die Große Bedeutung des Geburtstages des Gottessohnes für diese Welt hingewiesen! 4 Monate Adventszeit statt nur 4 Wochen! So könnte man es auch sehen. Und man braucht deswegen ja auch nicht gleich in Kaufrausch zu verfallen. Schade trotzdem, dass der eigentliche Anlass von Weihnachten „…. Sehet was hat Gott gegeben, seinen Sohn zum ewigen Leben. Dieser kann und will uns heben aus dem Leid ins Himmels Freud“ (mit den Worten von Paul Gerhardt) dabei so wenig in Erscheinung tritt!

    Norbert  Brosat