Der in Euch angefangen hat das gute Werk, der wird`s auch vollenden. (Phil.1, 6)

Wenn wir etwas angefangen haben, möchten wir es auch zu Ende bringen, am besten innerhalb der geplanten Zeit. Klappt das nicht, sind wir frustriert. Wer macht schon gerne halbe Sachen?!

Abends, wenn wir zu Bett gehen, fällt uns dann ein, was alles nicht fertig geworden oder sogar ganz vergessen worden ist. Wann sind wir eigentlich mit unserem Christsein fertig? So, dass wir es anschauen und zufrieden sagen: ja, jetzt ist es O.K.?

Ohne Zweifel ist auch das Christ - Sein, von dem Paulus hier spricht, ein „Werk“, etwas, das unsere Aktivität herausfordert und für das wir verantwortlich sind. Es ist Teil unserer Lebensgeschichte geworden. Wir sind Wege gegangen und haben Entscheidungen gefällt.Aber ist es auch ein „gutes Werk“ geworden?  Wer es ernst meint damit, der sieht seine Lücken und Halbheiten.

Wo ist die Liebe schon vollendet, wo sind wir „unanstößig“ (V10)? Wie viel bleiben wir anderen schuldig?! Verlassen wir uns wirklich auf Gott oder doch ganz oft auf andere Dinge?Gut zu wissen, dass der Urheber unseres Glaubens Gott selbst ist. Bei aller Beteiligung unsererseits - was mit uns/an uns geschieht, ist nicht unsere Sache, es geht auf den zurück, der tätig ist längst bevor wir aktiv werden.

Wir können darauf vertrauen, dass Gott ein „guter Handwerker“ ist, der die Baustelle nicht verlässt, ohne dass die Sache zu Ende gebracht ist. Wir überfordern uns, wenn wir unsere christliche Existenz selbst vollenden wollen. Gott fängt an und vollendet. Ganze Sachen zu machen ist sein Ding.„Es ist nicht auszudenken, was Gott aus den Bruchstücken unseres Lebens machen könnte - wenn wir sie ihm ganz überließen“ (Sören Kierkegaard, dänischer Philosoph 1813 - 1855).   

   Bruno Schmidt-Späing