Es geschah das Wort des Herrn zu Jona […]: Mache dich auf und gehe in die große Stadt Ninive […]. Jona 1,1ff.

Diese Geschichte von Jona mag ich sehr gerne; denn sie ist so sehr menschlich und entspricht deshalb auch meiner Art:

Jona war ein Prophet Gottes, er kannte seinen Herrn gut. Auch wusste er, wann Gott zu ihm redete. Doch dieses Mal wollte Jona nicht hinhören, er wollte nicht nach Ninive. Deshalb lief Jona schnellstens zum Hafen und fand dort überraschenderweise ein Schiff, das nach Tarsis (Spanien) - damals das andere Ende der Welt - auslief. Jona sicherte sich auf diesem Schiff einen Platz; denn er war mit dem Ziel sehr glücklich und froh. Jetzt würde er ganz weit weg von Gottes Anforderung und von Ninive sein. Jona war davon überzeugt, nicht mehr nach Ninive gehen zu müssen.

Mir geht es häufig auch so: Wenn Gott versucht mir etwas klar zu machen, sträube ich mich oft dagegen. Ich bringe die abenteuerlichsten und dollsten Argumente vor, um Gott von meiner Sicht zu überzeugen. Dabei bete ich doch immer wieder „Herr, ich will zu Dir gehören“, „Herr, ich folge Dir (nach)“, „Herr, ich will gehorsam sein“ – doch wenn es drauf ankommt, kneife ich oft, bin ich nicht dazu bereit, das zu tun, was Gott von mir möchte.

In der Bibel sind auch viele Beispiele, an denen wir sehen, dass Menschen zuerst Gott gar nicht folgen wollten: Mose hatte vier Einwände gegen seine Berufung; Jesaja fühlt sich zu sündig; Jeremia fühlt sich zu jung und meint, nicht reden zu können; Paulus war zuerst Verfolger der christlichen Gemeinde und wurde aber vor Damaskus bekehrt.

Durch diese Beispiele sehen wir, dass Gott nicht locker lässt und dass die Einzelnen schließlich doch Gottes Weg gegangen sind.

Ich bin sehr froh darüber, dass Gott sich von unserem Störrisch Sein nicht beeindrucken lässt, sondern dass er an uns arbeitet, dass wir erkennen, dass Sein Weg für uns der Beste ist.

Dorothea Fischer